Umsponnener Draht

In der Anfangszeit der Elektrotechnik war es üblich, dass Einzeldrähte oder Litzen zur Isolierung mit Seiden- oder Baumwollgarn umwickelt wurden. Oft wurden dabei zwei Lagen in entgegengesetzter Richtung aufgewickelt. Anschließend wurden die so umsponnenen Drähte mit Gemischen aus Harz, Leim, Öl oder Wachs getränkt, um sie unempfindlicher gegen Feuchtigkeit zu machen.

Auch in den 30er und 40er Jahren wurden noch solche umsponnenen Drähte verwendet - so auch in der Enigma. Da die Beschaffung heutzutage Schwierigkeiten bereitet, baut man sich eine Umspinnmaschine ganz einfach selbst - das Prinzip ist im Kern nicht kompliziert:

Der Draht wird durch ein Vorschubgetriebe gleichmäßig bewegt. Gleichzeitig wird ein Faden schnell um den laufenden Draht geführt und so aufgewickelt. Der Drahtvorschub pro Spindelumdrehung bestimmt dabei die Dicke der Umspinnung. Der bedeckte Draht wird durch ein Gefäß mit Tränke und danach mehrfach über Walzen geführt, um ihm Zeit zum Trocknen zu geben. Zuletzt wird er aufgewickelt.

Unten sehen Sie die fertige Maschine:

 

Die linke Spindel mit der weißen Seide erzeugt die untere Schicht, die rechte Spule mit der grünen Seide die obere Lage. Der Draht läuft von links nach rechts durch die Maschine.

Oben eine Nahaufnahme der zweiten Spindel. Es wird zweifädig gearbeitet, wodurch sich die Produktivität verdoppelt. Je nach Fadenstärke bespinnt die Maschine einen bis drei Meter in der Minute. Im Vordergrund sind die Vorschubrollen zu sehen.

Hier ein paar erste Versuche in verschiedenen Farben - durchaus mit dem historischen Vorbild zu vergleichen ;)